4.5 U(1) - Symmetrie bezüglich Dichte und Geschwindigkeit
Trotz der Betrachtung statistischer Größen beschränken sich die Untersuchungen bis hierher praktisch auf einige wenige Kugeln in einer ansonsten gleichmäßig verteilten Anzahldichte und normalverteilten Geschwindigkeit mit überall gleichem Erwartungswert und gleicher Streuung. Durchaus natürlich ist nun, bei Annahme möglicher Abweichungen von den Standardwerten des Normalraumes, die Zuordnung eines skalaren Feldes bzw. Potentials V (Anzahldichtefeld, wobei die Bezeichnung leider in der Literatur nicht der deutschen Abkürzung entspricht) und eines vektoriellen Feldes bzw. Vektorpotentials A (Geschwindigkeitsvektorfeld) zu den Erwartungswerten dieser Abweichungen. Zur Ermittlung von numerischen Werten können in einem Gedankenversuch verschiedene Durchschnittsbildungen verwendet werden. Jedesmal müssen von einem Feldpunkt aus entferntere mit einem kleinen Anteil an Aufenthaltswahrscheinlichkeit berücksichtigt werden. Der umgekehrte Weg ist in der Praxis aber wichtiger. Bei diesem können aus einem gegebenen Feld bewegte Uratome generiert werden. Diese lassen sich dann als Repräsentanten des Feldes in einem stochastischen Prozeß weiter verfolgen. Leider sind im Normalfall nur die Potentiale und damit keine absoluten Feldgrößen in echten Geschwindigkeits- und Dichte- Werten bekannt. Trotz allem müssen aber die in der mathematischen Beschreibung vorkommenden Größen aus dem oben definierten Anzahldichte- und Geschwindigkeitsvektor- Feld gebildet werden.
Wir wissen, daß die Schrödinger-Gleichung
bzw. bei hohen (systeminternen) Geschwindigkeiten die Klein-Gordon-
oder die Dirac-Gleichung ebenfalls diese Struktur besitzen. Unter
Einschluß der Elementarladung e
stellen diese Feldgleichungen gerade Portionen von Psi-Materie, d.h. elementare
Kugelmengensysteme dar, weil die verwendeten Spinoren und Tensoren auf
Stoßgebilde zurückzuführen sind. Deshalb läßt
sich die bewiesene Invarianz gegenüber globalen Phasentransformationen
y-->
exp(ia) y und auch gegenüber lokalen
Phasentransformationen
y(x) --> y
´(x) = exp(i a (x)) y (x)
zum Beweis verwenden (vgl. z.B. [B 86] S. 64 f.) und damit gilt die Eichsymmetrie U(1)
in diesen Teilmengen der Grundmenge, in denen keine Verschiebung
des Vektorwinkelerwartungswertes auftritt. Dazu muß das Eichfeld
Amu(x)
mit x = {x,t} eingeführt werden, welches als Viererpotential
(Geschwindigkeit und Dichte) die natürlichen lokalen Fluktuationen
beschreibt. Die Stoßachsenwinkel können dabei beliebige Werte
annehmen, ein
von Null abweichender Vektorwinkelerwartungswert deutet
aber auf eine Ruhmasse der betrachteten Teilmenge hin.
Durch die obige Einführung der Felder V und A in der Grundmenge erhalten auch die einzigen Größen, welche eine Veränderung vorhandener Anzahldichte- oder Geschwindigkeits-Erwartungswerte verursachen, also die Vektor- und Stoßachsenwinkel, eine wichtige Bedeutung als Erzeuger der Abweichungen von den Normalraumwerten. Beispielsweise können den Normalraumeigenschaften deshalb die Werte Null zugeordnet werden. Angenommene systeminnere Abweichungen der Vektorwinkelerwartungswerte von den Normalraumwerten könnten die Drehung des betrachteten (Teil-) Systems verursachen, was noch eingehender untersucht werden muß und sind für die mögliche Dichteabweichung verantwortlich, welche die (Ruh-) Masse beeinflußt. Im dünnen Medium der Grundmenge kann diese Dichteabweichung nur positive Werte, bis zur maximalen Auffüllung des Raumes, annehmen. Die erzeugten freien Felder können dagegen positive oder negative Dichteflüsse mit positiven oder negativen Geschwindigkeitsabweichungen vom Normalraum- d.h. Vakuumserwartungswert sein. Nach den obigen Überlegungen verändert sich dabei jeweils mit der Dichte auch die freie Weglänge. Das Entscheidende für die U(1)- Eichsymmetrie ist in diesem Modell die Eigenschaft, daß sich nach mehreren Frontalstößen, welche im dünnen Medium ja vorwiegend auftreten, wegen der bei jedem Stoß unveränderten Relativgeschwindigkeit, die Geschwindigkeitsbetragsdifferenzen dem Grenzwert Null immer mehr annähern. So erhalten alle, aus dem in der Nähe und ebenfalls nur der U(1)- Symmetrie unterliegenden Raum (Vakuum mit elektromagnetischen Feldern) stammenden, Stoßpartner ungefähr den gleichen Absolutgeschwindigkeitsbetrag.
In diesem bekannten Formalismus (vgl. z.B. [BH 79]
ergibt sich die physikalische Zuordnung von elektrischen Feldgrößen
E dadurch, daß in dem zu bildenden antisymmetrischen Feldstärketensor
Fmu nu= - Fnu mu die
Größen F01 = E1, F02
= E2, und F03 = E3
gesetzt werden. Dementsprechend werden F23 = B1,
F31 = B2 und F12 = B3
die Komponenten der magnetischen Feldstärken , also bekanntlich eines
quellenfreien Wirbelfeldes. In dieser 4-Form gelten somit die Maxwellschen
Gleichungen im Vakuum
Das Eichprinzip ist in diesem einfachen Modell durch die Tatsache verwirklicht, daß eine Kugel ungefähr am erwarteten Zusammenstoßpunkt zusammenstoßen wird. Deshalb muß für den mathematischen Ausdruck, welcher die Menge beschreiben soll, zu der das Uratom gehört (System), ein Eichfeld Amu(x) = (V(x),A(x)) eingeführt werden. Es beschreibt eine lokale Symmetrie, d.h. eine Verschiebung des erwarteten Zusammenstoßpunktes. Mit anderen Worten ist das eine Verzerrung des betrachteten Raumes und bewirkt damit eine Kraft. Die elektromagnetische Kraft wird also durch einen Einmischungseffekt, wegen der Ununterscheidbarkeit der inneren Systemkugeln von den äußeren Feldkugeln, hervorgerufen. Die Theorie, also der Beschreibungsformalismus, wird hiermit eichinvariant. Die prinzipielle Verwandtschaft mit den Methoden der allgemeinen Relativitätstheorie wird bei den höheren Eichsymmetrien noch deutlicher.
Der Parameter a(x) kann vermutlich dem Stoßachsenwinkel zugeordnet werden. Die im mathematischen Beweis vorzunehmende Ersetzung durch e lambda(x), wobei e die Elementarladung ist, führt damit zu einer, zu diesen Überlegungen alternativen, Einführung des elektromagnetischen Feldes. Dessen Feldgrößen werden natürlich durch den Vektorwinkel ß und die damit verbundenen Abweichungen von den Normalraum-Erwartungswerten erzeugt.
Auch die Elementarladung selbst kommt so aufgrund ihrer
Einheitsdefinition, z.B. im CGS-System, einem modellmäßigen
Verständnis näher. Nochmals soll hier betont werden, daß
lokal durchaus beliebig große, aber unmeßbare Geschwindigkeitswerte
vorkommen können.
Literatur:
[B 86] Bethge, K, Schröder, U.; Elementarteilchen
und ihre Wechselwirkungen; Darmstadt 1986
[BH 79] Böhm, H., Hollik, K.; Eichtheorien der starken,
elektromagnetischen und schwachen Wechselwirkung; Physik in unserer Zeit,
Weinheim 1979
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